Obedience

“Obedience” ist ein Begriff aus dem Englischen, der mit “Gehorsam” übersetzt werden kann. Beim Obedience handelt es sich um einen Bereich im Hundesport, der wirklich jedem Hund und Hundeführer offensteht. Es geht dabei um absoluten Gehorsam des Hundes und ein perfektes Team von Hundeführer und Hund.

Bewertet wird dabei nicht nur die Geschwindigkeit mit der der Hund die Kommandos ausführt, sondern vor allem die Exaktheit und Perfektion mit der er dies tut, wobei die Rassetypischen Eigenschaften bei der Bewertung berücksichtigt werden sollen. Auch auf die unterschiedliche Größe der Hunde wird bei den Übungen Rücksicht genommen, so müssen alle Hunde maximal eine Hürde in Schulterhöhe, maximal jedoch 70 cm springen. Eine eher gemütliche Dogge kann diese Sportart daher genauso gut ausüben wie ein super schneller Malinois oder ein Rehpinscher.

“Gehorsam” bedeutet allerdings nicht, dass der Hund mit Druck und Strafe zu Übungen gezwungen wird. Ganz im Gegenteil. Der Hund soll eine freudige Unterordnung zeigen und Spaß bei der Sache haben. Hund und Hundeführer sollen ein sichtbares Team bilden.

Platz in der Gruppe, Obedience Beginner bis O3
Platz in der Gruppe, Obedience Beginner bis O3
BSP 2010, Hera beim Metallapport über die Hürde, O3
BSP 2010: Hera beim Metallapport über die Hürde, O3
BSP 2010: Der Ringsteward legt die Hölzchen zur Geruchsidentifikation aus
BSP 2010: Der Ringsteward legt die Hölzchen zur Geruchsidentifikation aus
BSP 2010, Beate ud June in der Freifolge, O3
BSP 2010, Beate und June in der Freifolge, O3

 

Anders als bei der IPO-Unterordnung und der Unterordnung in der BH-Prüfung gibt es keine feste Führfolge, sondern einen Ringsteward, der die Reihenfolge der Übungen und die Führfolge bestimmt. Der Hundeführer macht nichts, ohne Anweisung des Ringstewards. Daher ist neben guter Disziplin des Hundes auch Disziplin und Konzentration des Hundeführers gefragt.

Beim Obedience gibt es vier Prüfungsstufen: Beginner und Klasse 1 bis 3.

Voraussetzung für die Beginner-Prüfung ist die Begleithundprüfung. Startberechtigt für die höheren Klassen ist man, wenn man in der jeweils vorherigen Stufe eine Prüfung mit der Wertnote “Vorzüglich” bestanden hat.

In den einzelnen Prüfungsstufen gibt es 11, bzw. in Klasse 3 10 Übungen, die jeweils mit 10 Punkten bewertet werden. Abhängig von ihrem Schwierigkeitsgrad werden die erreichten Ergebnisse in den einzelnen Übungen mit einem Koeffizienten multipliziert. Neben den auch in der VPG- und BH-Unterordnung geforderten Übungen wie Leinenführigkeit, Freifolge, Wendungen, Tempowechsel und Holz-Apport gibt es verschiedene Übungen, die dort nicht vorkommen. Dazu gehören:

  • Rückwärts und seitwärts laufen (Klasse 3)
  • Senden in die Box (alle Stufen, mit Unterschieden in der Ausführung)
  • Geruchsidentifikation (Klasse 2 und 3)
  • Metall-Apport (Klasse 3)
  • Freisprung über die Hürde (Klasse 1)
  • Heranrufen mit Steh (Klasse 2)
  • Heranrufen mit Steh und Platz (Klasse 3)
  • Richtungsapport (Klasse 2 und 3)
  • Stehen und betasten (Beginner)
  • Platz (und Sitz) in der Gruppe (mit und ohne Sichtkontakt zum Hundeführer) (alle Stufen)
  • Verhalten anderen Hunden gegenüber (Beginner)
  • Distanzkontrolle, Sitz/Platz/Steh auf Distanz (Klasse 1-3 in verschiedenen Ausführungen)
BSP 2010: Hera und Beate beim Richtungsapport O3
BSP 2010: Hera und Beate Faust beim Richtungsapport O3
BSP 2010: Steh im 8x8, O3, June vom Rheudter Land
BSP 2010: Steh im 8×8, O3, June vom Rheudter Land
Sprung über die Hürde, O1, Marion Gärtner und Usher
Sprung über die Hürde, O1, Marion Gärtner und Usher
BSP 2010: Sitz in der Gruppe O1 bis O3
BSP 2010: Sitz in der Gruppe O1 bis O3

Der Landesverband richtet ab 2011 eine jährliche Landesmeisterschaft Obedience aus, die in den Klassen Beginner bis Klasse 3 durchgeführt wird.